Sevilla-Prozess

Die Datenerhebung hat begonnen!

Das in Erarbeitung befindliche BVT-Merkblatt "Textile BREF (TEX- BREF)" regelt für Textilanlagen die zukünftigen Anforderungen an Emissionen. In der Zeit vom 18. Februar bis 8. April 2019 werden im Rahmen des Sevilla-Prozesses Datenerhebungen in den Unternehmen, die eine IED-Anlage betreiben, durchgeführt. Die Sammlung von Anlagendaten ist die zentrale Basis für die neuen Emissionsbandbreiten und somit für die künftigen Grenzwerte. Durch eine hohe Beteiligung an der Datenerhebung kann die deutsche Textilindustrie ihre Interessen in Europa adäquat vertreten.

Die Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen (IED-Richtlinie) vom 24.11.2010 bildet EU-weit die Grundlage für die Genehmigung besonders umweltrelevanter Industrieanlagen. Die Anforderungen der IED-Richtlinie umfassen emissionsbegrenzende Vorsorgemaßnahmen, integrierten Umweltschutz und eine Genehmigungspflicht.

Für jede unter Anhang I der IED-Richtlinie fallende Aktivität wird ein Referenzdokument über die besten verfügbaren Techniken (BVT) erarbeitet. Durch die Anwendung der besten verfügbaren Technik (BVT) werden eine nachhaltige Produktion und ein hoher Schutz für die Umwelt sowie eine Reduzierung des Ressourcen- und Energieverbrauchs während des Betriebs und nach der Stilllegung angestrebt. Die Schlussfolgerungen der BVTs enthalten Grenzwerte, die von den Anlagen einzuhalten sind. Insofern hat der Prozess der Überarbeitung der Textil-BVTs erhebliche Bedeutung für die produzierenden Unternehmen.

Durch die IED-Richtlinie ist die Europäische Kommission verpflichtet, einen Informationsaustausch über die Erstellung, Überprüfung und erforderlichenfalls Aktualisierung der BVT-Merkblätter zu organisieren. Mit Reaktivierung der technischen Arbeitsgruppe (TWG) Ende 2017 hat das IPPC-Büro den Überarbeitungsprozess gestartet, in den wir uns seit Beginn an auf nationaler und europäischer Ebene intensiv einbringen. Das TEX-BREF umfasst Anlagen zur Vorbehandlung (Operationen wie Waschen, Bleichen, Mercerisieren) oder zum Färben von Fasern oder Textilien und berücksichtigt insbesondere folgende Prozesse:

  • Faseraufbereitung
  • Vorbehandlung
  • Färben
  • Drucken
  • Fertigstellung

Vorgelagerte Prozesse, die einen erheblichen Einfluss auf die Umweltauswirkungen der nachfolgenden Nassverarbeitung haben können, werden ebenfalls behandelt. Umfasst sind ferner die Haupttextilfasertypen, wie Naturfasern, Chemiefasern aus natürlichen Polymeren wie Viskose und Celluloseacetat sowie aus synthetischen Polymeren stammende Chemiefasern, einschließlich ihrer Mischungen.

Textilunternehmen zur Mitwirkung aufgerufen

Eine zentrale Aufgabe im Rahmen der Erarbeitung des BREFs kommt der Sammlung von Anlagendaten zu, die die Basis für die neuen Emissionsbandbreiten darstellen.

Diese Daten werden in einem einheitlichen Format, den sogenannten "Questionnaires" von allen mitwirkenden Unternehmen am BREF Prozess (Betreiber einer IED Anlage) in der europäischen Union erhoben. Erarbeitet und verabschiedet wurden sie durch die technische Arbeitsgruppe des Sevilla-Büros (TWG) in der die Mitgliedstaaten, nichtstaatliche Umweltorganisationen und die Europäische Kommission vertreten sind. Der Gesamtverband textil+mode hat sich hier in enger Abstimmung mit dem Verband der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie und Südwesttextil, dem Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, IVGT und dem europäischen Verband EURATEX aktiv in den Prozess eingebracht.

Die Teilnahme an der Datenerhebung im Rahmen des Sevilla-Prozesses ist freiwillig und durchaus mit einem gewissen Aufwand verbunden. Jedoch kann nur durch eine hohe Beteiligung an der Datenerhebung die deutsche Textilindustrie ihre Interessen in Europa adäquat vertreten. Experten aus den Mitglieds- und Fachverbänden unterstützen die Unternehmen der tatkräftig.

Den Fragebogen sowie weitere unterstützende Begleitdokumente erhalten Betreiber einer IED-Anlage zeitgleich direkt über Ansprechpartner aus den Landes- oder Fachverbänden.

Der Prozess sieht vor, dass nach Rückgabe der Fragebögen die zuständigen Behörden der Länder die Plausibilitätsprüfung der eingetragenen Daten übernehmen. Die zuständige Behörde wird die Richtigkeit der Daten bestätigen. Das UBA (Umweltbundesamt) stellt die Fragebögen nach einer automatisierten Plausibilitätsprüfung bis spätestens 30. April 2019 auf die Datenplattform der EU ein. 

Einen Ablaufplan mit Deadlines zum Prozess finden Sie hier (individuelle Abstimmungen zwischen den Betreuern und den Unternehmen haben Vorrang).

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen zum BREF Prozess (Sevilla -Büro)

Ergebnisse des kick-off meetings zum Textile BREF