Berichterstattungspflicht

Die Richtlinie 2014/95/EU sieht vor, dass börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern im Durchschnitt des Geschäftsjahres künftig in ihrem Lagebericht oder in einem separaten Nachhaltigkeitsbericht Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung machen müssen. Außerdem wird eine Beschreibung der Diversitätsstrategie des börsennotierten Unternehmens für Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane in Bezug auf Aspekte wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund erwartet.

Der Anwendungsbereich der Richtlinie beläuft sich auf große börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern im Durchschnitt des Geschäftsjahres. Somit wäre die mittelständische Textil- und Bekleidungsindustrie vorerst nicht direkt betroffen. Es ist jedoch noch abzuwarten, ob Deutschland bei der Umsetzung vom sog. "Mitgliederstaatenwahlrecht" Gebrauch machen und den Anwendungsbereich bspw. auf Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern erweitert.

Die Federführung für die Umsetzung in das deutsche Recht liegt beim BMJV.

 

Die Mitgliedstaaten sollen vorsehen, dass die Vorschriften ein Jahr nach Ablauf der Umsetzungsfrist für die Unternehmen gelten.

Zur Umsetzung des deutschen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) in betroffenen Unternehmen wurde vom Deutschen Global Compact Netzwerk und econsense - Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft eine Studie initiiert. Ziel der Studie ist es, die aus dem CSR-RUG entstandene erstmalige Berichtspraxis zu beleuchten, Herausforderungen und Hemmnisse zu identifizieren und die Auswirkungen des Gesetzes auf Prozesse und das Nachhaltigkeitsbewusstsein in Unternehmen einzuschätzen. Die Studie finden Sie hier.