REACH

REACH bezeichnet die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Neben einer Beschränkung besteht auch die Möglichkeit einer (schärferen) Klassifizierung von Stoffen.

Mit der Verordnung wird angestrebt, alle auf dem europäischen Markt befindlichen chemischen Stoffe einer Kontrolle durch eine zentrale Agentur mit Sitz in Helsinki zu unterziehen. Dabei geht es sowohl um Stoffe als solche, um Stoffe in Zubereitungen als auch um Stoffe in Erzeugnissen. Stoffe können durch Herstellung oder durch Import auf den europäischen Markt gebracht werden.

Grundsätzlich ist jedes innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums agierende Unternehmen - vom internationalen Großkonzern bis hin zum kleinen Handwerksbetrieb - von den Pflichten dieser neuen europäischen Chemikalienverordnung betroffen. Hier ist keine Branche grundsätzlich ausgenommen.

Durch die REACH-Verordnung haben sich im Bereich des deutschen und europäischen Stoffrechts einige Änderungen ergeben, welche sich auch auf die Rechte und Pflichten für Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie auswirken. Sie richten sich nach dem jeweiligen Einkaufsverhalten und dem Stoffportfolio der Unternehmen.

Ein weiteres wichtiges REACH-Element ist die Kommunikation entlang der Lieferkette. Wer einen sogenannten „Kandidatenstoff“ in seinen hergestellten oder in die EU importierten Erzeugnissen verwendet, muss diesen bei Überschreitung einer definierten Konzentrationsgrenze (0,1 Gewichts-Prozent) seinem Abnehmer in der gewerblichen Lieferkette mitteilen. Gleiches gilt auf Anfrage eines Verbrauchers. Hier sind Hersteller, Importeure von Erzeugnissen und der Handel zu enger Kooperation aufgerufen. Musterschreiben zur Kommunikation entlang der Lieferkette können beim Gesamtverband textil+mode angefordert werden.