Digitalisierung

Auf dem Weg in eine Textil- und Modeindustrie 4.0 - was bedeutet die Digitalisierung für die Branche?

Digitalisierung, Industrie 4.0, disruptive Innovationen - wenige Begriffe erfahren aktuell eine höhere Aufmerksamkeit. Sie bewirken ein starkes Umdenken: in allen Industriebranchen und Wertschöpfungsketten. Digitalisierung steht für die datengestützte Verbindung von Informations- und Kommunikationstechno​​logien. Sie ermöglicht immer höhere Grade der Vernetzung in und zwischen Produktionsanlagen: vom Lieferanten bis hin zum Kunden.

Damit verbunden sind erhebliche Steigerungen der Produktivität, der Flexibilität und der Effizienz im Umgang mit Ressourcen. Zugleich eröffnen digitale Vertriebs- und Marketingwege neue Chancen für neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle.

Textilindustrie 4.0

Handlungsfelder

Die Textil- und Modeindustrie profitiert von diesen Entwicklungen. Den Unternehmen bieten sich vielfältige Handlungsfelder. Im Fokus stehen dabei die drei Bereiche:

  • Smart Factory | Prozesse
  • Smart Products | Produkte
  • Smart Services | neue Geschäftsmodelle

Smart Factory

Für die Branche gilt es, ein digitales Wertschöpfungsnetz zu verwirklichen und eine digital vernetzte und automatisierte Produktion auf Basis cyber-physischer Systeme voranzubringen. Dabei werden Prozesse und Produkte im Unternehmen digital abgebildet und über IKT-Systeme und Algorithmen in einer virtuellen Welt gesteuert.

Smart Products

Im Zuge der Digitalisierung verändern sich nicht nur Produktionsprozesse. In der Produktwelt eröffnen sich neue Möglichkeiten durch digitale Funktionen: Wearables, eTextiles oder FashionTech sind hier Impulsgeber. Sie ermöglichen Unternehmen neue Geschäftsfelder und ebnen den Weg für neue Business-Modelle.

Angefangen beim T-Shirt, das Körperfunktionen misst, über die Socke, die das Laufverhalten analysiert und den Schuh, der es verbessert. Bis hin zur Gardine, die die Temperatur reguliert oder die Farbe wechselt. Bekleidung fühlt, wie es ihrem Träger geht. Heimtextilien reagieren auf Bewegung. Das Rotorblatt der Windkraftanlage ist in der Lage, während des Betriebs den eigenen Wartungszustand zu erfassen und an die Steuerung zu melden. Die textile Fläche an sich ist der Sensor und manchmal auch der Aktor. Sie misst, schaltet, leuchtet, wärmt oder ändert ihre Form.

Smart Services

Daten sind der Rohstoff der Zukunft. Es lässt sich erahnen, wohin die Reise geht, wenn Daten eines Trägers, unserer Umgebung oder eines Bauteils erfasst werden. Richtig genutzt ergeben sich neue Anwendungs- und Geschäftsmodelle. Das textile Produkt wird Teil eines Service Angebots.

Arbeitskreis Digitalisierung

Im Frühjahr 2015 wurde der Arbeitskreis Digitalisierung beim Gesamtverband textil+mode gegründet. Der Arbeitskreis arbeitet eng mit dem Forschungskuratorium Textil e.V. zusammen. Er beschäftigt sich mit sämtlichen Themen der Digitalisierung in der Textil- und Modeindustrie.

Ziel ist es, die Digitalisierung und dazugehörige Themen auf die Agenda der Branche zu bringen, Positionen zu finden, Herausforderungen zu diskutieren und den Austausch mit angrenzenden Branchen zu fördern. Teilnehmer sind Multiplikatoren der Textil- und Modeindustrie, Textilforschungsinstitute sowie branchenübergreifend der Maschinenbau.

Der Arbeitskreis trifft sich zwei Mal im Jahr und ist offen für alle Mitglieder des Gesamtverbandes textil+mode und des Forschungskuratoriums Textil.

Darüber hinaus besteht beim Thema Start-ups ein enger Kontakt zum Bundesverband Deutsche Startups e. V. Weitere Informationen dazu finden Sie hier