CSR

Die sozialen und ökologischen Standards der Textil- und Modeindustrie in Deutschland zählen zu den höchsten weltweit. Das außergewöhnlich hohe Niveau der Arbeitsbedingungen sowie der umweltbewusste Umgang der Branche mit Ressourcen sind international vorbildlich. Deutsche (und europäische) Standards sind also nicht die Folge internationaler Standards, sondern bilden umgekehrt deren Grundlage.

International und global

Das Geschäft mit Bekleidung ist heute internationaler und globalisierter denn je, auch für mittelständische Unternehmen. In Deutschland entworfene Bekleidung wird nur noch in ganz geringem Umfang in Deutschland hergestellt; der größere Teil der personalintensiven Dienstleistungen findet im inner- und außereuropäischen Ausland statt. Diesen Wandel erfolgreich gestaltet zu haben, ist eine der großen Leistungen der deutschen Branche.

Höchste deutsche und europäische Standards sind nicht ohne Weiteres in andere Staaten der Erde zu exportieren. So wie die internationale Geltung und Durchsetzung von Menschenrechten, Arbeits- und Sozialstandards auch noch nicht weltweit gelungen ist, bedeutet die Implementierung von Standards und Rechten einen Prozess, der langfristig angelegt und nicht von heute auf morgen durchzusetzen ist. An seinem Ende werden die produzierenden Staaten über erheblich mehr ökonomische Kraft und demokratische Strukturen verfügen als heute. Aber der Weg ist noch lang und steinig.

Was die deutsche Bekleidungsindustrie konkret tut:

  1. Produktionsstätten in deutschem Besitz haben in Staaten der so genannten „Dritten Welt“ vorbildliche Arbeitsbedingungen. Dies wurde schon häufig in den Medien berichtet und ist jederzeit wieder nachprüfbar.
  2. In den Verträgen mit allen Geschäftspartnern sind die Verankerung von Arbeits- und Sozialstandards deutscher Textil- und Bekleidungsfirmen absolut üblich.
  3. Vertraglich vereinbarte Standards werden kontrolliert, soweit dies für deutsche Mittelständler zumutbar und auch durchführbar ist.
  4. Viele Firmen lassen sich von einem oder sogar mehreren der bestehenden Bekleidungssiegel zertifizieren. Dies kostet nicht selten fünfstellige Summen im Jahr. Die verschiedenen Siegel stehen untereinander im Wettbewerb und beziehen sich zudem auf verschiedene Kriterien. 
  5. Die Branche kooperiert eng mit dem Bekleidungsfach- und -einzelhandel, um die Transparenz für Kunden weiter zu verbessern. Dies ist angesichts der Komplexität der Lieferketten eine große Herausforderung.
  6. Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie hat schon 2010 einen eigenen Code of Conduct beschlossen, an dem sich viele Firmen orientieren, auch Nicht-Mitglieder.
  7. Der Gesamtverband textil+mode hat einen eigenen Arbeitskreis CSR, der sich regelmäßig mit der aktuellen Situation befasst und weitere Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert und anstößt.
  8. Der Gesamtverband textil+mode und seine Mitglieder engagieren sich im Rahmen des EU-Projekts SMART Myanmar nachdrücklich für den Aufbau einer nachhaltigen Textil- und Bekleidungsindustrie in Myanmar.
     

Einen Überblick zu den CSR-Aktivitäten des Verbandes und seiner Mitglieder gibt Ihnen auch unser podcast zu diesem Thema.