„TTIP hilft den Kleinen“

08.04.2015 PM

Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, erklärt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“, warum das geplante Freihandelsabkommen TTIP insbesondere mittelständischen Firmen helfen kann.

Welche Vorteile würde TTIP der deutschen Bekleidungsindustrie bieten?

Erstens könnten die hohen und teilweise absurden Zollsätze entfallen. Das bedeutet durchschnittliche Preissenkungen von rund 20 Prozent, in der Spitze von mehr als 30 Prozent! Zweitens, noch wichtiger: Der bürokratische Aufwand wird erheblich geringer. Die heutigen Prüfpflichten sind ja für viele mittelständische Unternehmen faktisch ein Konkurrenzausschluss.

 

Was entgegnen Sie den Gegnern von TTIP laut denen ein mögliches Abkommen ausschließlich großen Unternehmen zu Gute kommt? Wie erklären Sie sich die große Skepsis?

Der Vorwurf ist falsch, das Gegenteil trifft zu: Viele kleine Unternehmen können es sich nicht leisten extra Leute einzustellen, die die verschiedensten Voraussetzungen für einen Export in die USA prüfen und anschließend im Haus umsetzen. Ihnen kann das künftige Freihandelsabkommen die Möglichkeit bieten, erstmals erfolgversprechend in den US-Markt einzusteigen. Die heutige Situation nutzt hingegen vor allem großen Unternehmen mit eigenen Abteilungen.

 

Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen, ob das Abkommen zustande kommt?

Ich hoffe, dass die wesentlichen Entscheidungen in diesem Jahr fallen werden.