Textilindustrie fordert neues Finanzierungsmodell für Energiewende

18.12.2013 PM

Bundesregierung muss EEG schnell europarechtskonform und mittelstandsverträglich reformieren — Textilindustrie ist Vorreiter für nachhaltigen Umgang mit Energie.

 

Zum heute von der EU-Kommission eröffneten Beihilfeverfahren gegen die sogenannte „besondere Ausgleichsregelung“ des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erklärt Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie (textil+mode):

„Die seit Jahren massiv steigenden Strompreise belasten die deutschen Unternehmen erheblich und gefährden ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Unsere Konkurrenten in Europa und in der Welt haben keine Sonderlasten durch die Energiewende zu tragen, und die Energiekosten in Ländern wie den USA sind erheblich geringer als bei uns. Schon heute werden Investitions­entscheidungen aufgrund der hohen Energiepreise gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland getroffen. Das ist eine brandgefährliche Entwicklung. Die neue Bundesregierung muss jetzt kurzfristig die dringend notwendige Reform des EEG in Angriff nehmen und so ausgestalten, dass der deutsche Mittelstand nicht länger die Hauptlast tragen muss.“

Bisher sind nur sehr große Stromverbraucher mit einer sehr hohen Stromintensität von der EEG-Umlage teilweise ausgenommen, während die mittelständische Industrie durch die erreichte Höhe der EEG-Umlage in der gesamten Breite betroffen ist. Da die bisherige Umlage zu 90 Prozent auf den Förderzusagen der Vergangenheit beruht, können weder ein sofortiger Förderstopp noch ein verändertes Fördersystem für Neuanlagen die EEG-Umlage in den nächsten Jahren absenken. Da die Energiewende eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, sollte sie nicht mehr ausschließlich über den Strompreis finanziert werden.

Die deutsche Textil- und Modeindustrie ist Vorreiter für einen nachhaltigen Umgang mit Energie. Sie erbringt schon heute mit alternativen und ungewöhnlichen Lösungen einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende. Beispiele:

- Neue textile Materialien ersetzen andere Materialien und sparen Gewicht und Energie.

- Neue Vliesstoffe bestehen aus hohen Anteilen recycelter Wertstoffe und schonen so unsere Umwelt.

- Effiziente Produktionsverfahren verbrauchen weniger Energie und tragen dazu bei, CO2-Emissionen nachhaltig zu senken.

Viele weitere der Öffentlichkeit zum Teil unbekannte textile Beiträge zur Energiewende und zur Energieeinsparung finden Sie in der Broschüre „Textile Beiträge zur Energiewende — nach­haltig und wirtschaftlich“. Herausgeber sind der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie und das Forschungskuratorium Textil. Deutsche Textilunternehmen, die 16 deutschen Textilforschungsinstitute und weitere Forschungseinrichtungen arbeiten intensiv zusammen, um kontinuierlich strategische Einsatzfelder textiler Hightech-Materialien zu erschließen.

 

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