Textilbündnis: Internationale Verankerung angestrebt

15.10.2015 Aktuelles PM

Ein Jahr "Bündnis für nachhaltige Textilien"

Die deutsche Textilwirtschaft sieht in der Gründung des Textilbündnisses einen Paradigmenwechsel bei der Gestaltung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Bei der Bewältigung der Herausforderungen globaler Handels- und Lieferketten setzt die Branche auf einen engen Schulterschluss von Staat, Zivilgesellschaft und Unternehmen. Nur gemeinsam können die sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen in bestimmten Lieferländern nachhaltig verbessert werden. Dies bekräftigten heute Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, und Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbandes Deutschland, anlässlich des Jahrestages der Gründung des Bündnisses für nachhaltige Textilien.  

Das Bündnis kann zur Aktionsplattform für eine Allianz werden, die sich auf internationaler Ebene für eine nachhaltige textile Lieferkette einsetzt. „Deshalb engagieren sich Unternehmen und Wirtschaftsverbände für den Erfolg des Projekts“, sagt Ingeborg Neumann. Nach dem Beitritt der beiden Dachverbände und zahlreicher Unternehmen aus Handel und Industrie im Juni haben die Verbände eine Informationskampagne aufgesetzt und systematisch über Ziele und Inhalte des Textilbündnisses informiert. Seitdem konnten mehr als 60 Unternehmen als neue Bündnismitglieder geworben werden.  

Die Textilwirtschaft strebt eine möglichst breite internationale Verankerung an, um genügend Schubkraft für Verbesserungen in den Produktionsländern und Wettbewerbsgleichheit zu ermöglichen. „Hier ist auch die Politik gefragt, den zwischenstaatlichen Prozess zum Erfolg zu führen“, sagt Josef Sanktjohanser.

Deshalb ist für die Arbeitsgruppen des „Textilbündnisses“ ein ambitionierter Zeitplan vereinbart worden. Insbesondere zur Produktionsökologie und zu fairen Arbeitsbedingungen werden in 2016 erste substanzielle Ergebnisse erwartet. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl von Aktivitäten entwickelt:

  • Wir haben mehr als 60 Unternehmen als neue Bündnismitglieder geworben.
  • t+m und HDE haben gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden eine Reihe von Informationsveranstaltungen für insgesamt mehr als 300 Unternehmen durchgeführt. Weitere Veranstaltungen sind bereits terminiert.
  • Darüber hinaus wurde von t+m online das „Forum Nachhaltigkeit“ aufgebaut. Hier finden Unternehmen neben speziellen Informationen zu Corporate Social Responsibility auch Leitfäden und Online-Tools zur Umsetzung von CSR-Strategien.
  • t+m hat den Code of Conduct der deutschen Textil- und Modeindustrie überarbeitet und aktualisiert, der von vielen Unternehmen als Orientierung genutzt wird.
  • Präsidentin Ingeborg Neumann hat im Juni 2015 mit Industrievertretern der G7-Staaten über globale Lieferketten gesprochen.
  • t+m engagiert sich auch in der Flagship-Initiative der OECD zur Lieferkette.
  • In sämtlichen Bündnis-Gremien arbeiten die Verbände sowie Unternehmensvertreter engagiert mit.

 

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit etwa 1 400 Unternehmen und mehr als 130 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 31 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie etc. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) ist der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. t+m vertritt die Interessen der Branche in den Bereichen der Wirtschafts- und Sozial- sowie Tarif- und Bildungspolitik.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) ist die Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels. Insgesamt erwirtschaften in Deutschland 300.000 Einzelhandelsunternehmen mit drei Millionen Beschäftigten an 450.000 Standorten einen Umsatz von über 450 Milliarden Euro jährlich.