Textil erobert Medizintechnik

28.10.2015 Aktuelles PM

Faserbasierte Neuentwicklungen für Krankenhaus, Praxis und Pflege

Neue Broschüre "Hightex für die Medizin"

„HighTech-Textilien retten Leben, schützen Patienten und Pfleger und bieten völlig neue Möglichkeiten für Diagnose und Therapie“, erklärt Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. „Die Zukunft ist textil – auch in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen Versorgungseinrichtungen.“

„Im Medizinbereich sind nicht nur Klassiker wie Wundauflagen, Mullbinden und Nähfäden gefragt. Zum Einsatz kommen auch neuartige textile Gefäßprothesen, Implantate und Therapiehilfen“, ergänzt Franz-Jürgen Kümpers, Vorsitzender des Forschungskuratoriums Textil.

Ein Therapiehandschuh sendet Impulse zur Stimulierung der Nerven von Schlaganfallpatienten. Eine textile Gebärmutter imitiert eine natürliche Umgebung und umhüllt Frühchen. Die erste textile Herzklappe hat eine höhere Flexibilität und Bioverträglichkeit als Exemplare aus anderen Materialien. Antibakteriell beschichtete Textilien für Operationssäle und andere medizinische Versorgungseinrichtungen schützen Ärzte und Pflegepersonal sowie Patienten weitgehend vor Infektionen.

MedTex-Entwicklungen werden heute von zahlreichen der derzeit 16 unter dem Dach des Forschungskuratoriums Textil zusammengeschlossenen Institute – bei jenen in Aachen, Bönnigheim und Dresden sogar mit eigenen Forschungsbereichen – im Verbund mit Medizinern, Biologen und Biotechnologen vorangetrieben. Pioniere wie Prof. Dr. Heinrich Planck in Denkendorf und andere Persönlichkeiten haben Medizintextilien zu einem Schwerpunkt in zahlreichen Textilforschungsinstituten entwickelt.

Einen umfassenden Überblick über aktuelle und perspektivische Anwendungsfälle textiler Produkte für Prophylaxe, Therapie und Pflege bietet erstmals die neue Broschüre „Hightex für die Medizin“ des Forschungskuratoriums Textil e. V. und des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie.

Nach thematischen Schwerpunkten wie Haut, Knochen & Knorpel oder Monitoring wird ein Querschnitt der textilen Forschung zu künftigen Medizinanwendungen präsentiert, darunter die gezielte Wirkstofffreigabe im Körper des Patienten durch textile Implantate, die intelligente Überwachung und Beschleunigung des Heilungsverlaufs von Wunden mittels Sensoren, der Knochenersatz durch Keramikfasern oder die körpernahe Erfassung von Vitalparametern.

In der Broschüre kommen Textilforscher zu ihren Innovationen ebenso zu Wort wie Mediziner zu den Chancen, Zulassungsexperten zu den Markteintrittsrisiken und Nachwuchswissenschaftler zu den Potenzialen künftiger faserbasierter Medizinprodukte.

Die Publikation „Hightex für die Medizin“ kann hier heruntergeladen werden.

 

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit etwa 1 400 Unternehmen und mehr als 130 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 31 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie etc. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) ist der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. t+m vertritt die Interessen der Branche in den Bereichen der Wirtschafts- und Sozial- sowie Tarif- und Bildungspolitik.
www.textil-mode.de


Das Forschungskuratorium Textil zählt zur Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF). Es koordiniert als Dachmarke der Textilforschung in Deutschland die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundes im textilen Sektor an 16 Textilforschungszentren. Das FKT ist organisatorisch eng mit dem Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie verbunden.
www.textilforschung.de