Stromkostenlawine droht Wirtschaft zu überrollen

11.10.2016 PM

Systemwechsel bei der Finanzierung der Energiewende dringend notwendig

Ende dieser Woche werden die Stromnetzbetreiber die EEG-Umlage für 2017 bekannt geben. Sie wird voraussichtlich auf fast 7 Cent/kWh ansteigen und damit ein erneutes Allzeithoch erreichen. Zugleich zeigen aktuelle Untersuchungen, dass auch an anderen Stellen, wie den Netzentgelten, die Kosten der Energiewende weiter aus dem Ruder laufen.

"Die Tatsache, dass alleine die EEG-Umlage in Deutschland höher ist als der gesamte Strompreis in den USA zeigt, dass wir bei den Stromkosten mittlerweile eine echtes Standortproblem haben. Wir brauchen dringend einen Systemwechsel bei der Finanzierung der Energiewende, sonst droht uns die Stromkostenlawine zu überrollen", so Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie.

Der Gesamtverband textil+mode fordert gemeinsam mit anderen mittelständisch geprägten Industriebranchen, die Finanzierung der Energiewende als gesamtgesellschaftliche Aufgabe künftig aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Im Gegenzug würden alle Energiewende-Umlagen wegfallen. Die Vorteile liegen in einer gerechteren Verteilung der Kosten: Sie werden künftig leistungsgerecht aus Steuereinnahmen finanziert. Dadurch könnten die Produktionskosten gesenkt und Investitionen wieder attraktiv werden. Außerdem werden Geringverdiener dadurch entlastet.

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist (einschließlich Schuh- und Lederwarenindustrie) mit ca. 1 400 Unternehmen und ca. 130 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 31 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Auto-mobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie etc. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) ist der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. t+m vertritt die Interessen der Branche in den Bereichen der Wirtschafts- und Sozial- sowie Tarif- und Bildungspolitik.

www.textil-mode.de