Förderung von Kraft-Wärme-Koppelung verteuert Strompreis für den Mittelstand unverantwortlich

13.07.2015 Aktuelles PM

Bundesregierung muss Strompreis senken, nicht anheben – Strompreise in Deutschland höher als bei Wettbewerbern

Die Bundesregierung hat einen neuen Gesetzentwurf zur Förderung von Anlagen zur Kraft-Wärme-Koppelung vorgelegt. Nach den bisher bekannt gewordenen Formulierungen würde sich für kleinere Unternehmen die Belastung des Strompreises durch die Förderung verzehnfachen. „Die jetzt vorliegenden Pläne der Bundesregierung treffen vor allem den Mittelstand. Eine weitere Verteuerung des Strompreises ist für die exportorientierte deutsche Textil- und Modeindustrie nicht hinnehmbar“, erklärt Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. „Schon heute ist der Strompreis in Deutschland durch die EEG-Umlage, die nur in Deutschland erhoben wird, fast doppelt so hoch wie in den meisten anderen Industriestaaten. Dadurch können Textilfirmen in anderen Staaten erheblich kostengünstiger produzieren. Noch sind deutsche Textilindustrieunternehmen international Weltmarktführer. Diese Position ist jedoch gefährdet, wenn die Stromkosten noch weiter steigen. Stattdessen sind alternative Finanzierungsstrukturen zu entwickeln, zum Beispiel eine haushalts- oder kreditbasierte Fondsfinanzierung. Das beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit nicht und ist außerdem gerechter für alle Unternehmen und Bürger.“

 

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit etwa 1 400 Unternehmen und mehr als 130 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 31 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie etc. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) ist der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. t+m vertritt die Interessen der Branche in den Bereichen der Wirtschafts- und Sozial- sowie Tarif- und Bildungspolitik.