Digitale Textilien bieten innovativen Quantensprung

01.12.2016 PM

Licht, Wärme und Daten aus der Faser ermöglichen völlig neuartige Innovationen

Technik und Textilien wachsen zusammen. Daraus ergeben sich völlig neue Anwendungsgebiete, in denen Textilien wegen ihrer Vielseitigkeit erste Materialwahl sind.

"Textilien mit integrierten digitalen Funktionen bieten einen innovativen Quantensprung", erklärt Ingeborg Neumann, Textilunternehmerin und Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. "Wir stehen vor einem Durchbruch smarter Textilien auf breiter Marktfront." Zum Beispiel sind Carbonfaser-Sensoren in den Rotor einer neuen Windkraftanlage integriert, die rechtzeitig eine notwendige Wartung anzeigen.

Dr. Markus Michael, Geschäftsführender Gesellschafter der Firocon GmbH, ist Systemanbieter im Bereich der Fördertechnik mit textilen Zugmitteln. "Wir nutzen die Chancen technischer Faserstoffe sowie der daraus resultierenden Anforderungen. Das betrifft die Dimensionierung laufender Faserseile sowie Seiltrommeln, -scheiben und Endverbindungen." Absolut neuartig: Integrierte Sensoren informieren just in time über Belastungen. Dies ermöglicht völlig neue Anwendungsarten und eine weitere Verwertung der entstehenden Daten.

Einen Überblick über den Stand der Textilforschung und die Anwendungsgebiete Smarter Textilien gibt Dr. Klaus Jansen, Geschäftsführer des Forschungskuratoriums Textil. Nerven stimulierende Therapiehilfen, Energie erzeugende Stadiondächer, Berufsbekleidung mit Warnfunktionen und ein heizendes Wandgewebe zur Schimmelvermeidung sind Beispiele für den innovativen Einsatz smarter Textilien. Neueste Entwicklungen haben das Forschungskuratorium Textil und der Gesamtverband textil+mode in einer Broschüre über "Smart Textiles - Licht, Wärme, Daten aus der Faser" zusammengestellt. Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden: http://www.textilforschung.de/uploads/2016-11-14-15-12-22-40-1.pdf

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist (einschließlich Schuh- und Lederwarenindustrie) mit etwa 1 400 Unternehmen und ca. 130 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 31 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie etc. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) ist der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. t+m vertritt die Interessen der Branche in den Bereichen der Wirtschafts- und Sozial- sowie Tarif- und Bildungspolitik. www.textil-mode.de