Die EEG-Umlage: Kostenmonster für deutsche Mittelständler

15.10.2015 Aktuelles PM

Politiker in Bund und Ländern sind aufgefordert, eine andere Finanzierungsstruktur zu entwickeln

„Die EEG-Umlage ist ein Kostenmonster“, erklärt Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. „Exportstarke Industrieunternehmen haben damit Riesenprobleme, weil die Produktionskosten in Deutschland dadurch weit höher sind als in anderen Industriestaaten.“

Die Bundeskanzlerin hatte noch 2011 zugesagt, dass die Umlage nicht wesentlich über 3,5 Cent je Kilowattstunde hinaus steigen solle. Von dieser Zusage sind wir schon heute weit entfernt. Nach der heutigen Festlegung durch die Netzbetreiber wird die EEG-Umlage von derzeit 6,17 Cent je Kilowattstunde in 2016 auf 6,354 Cent steigen. Dies ist der historische Höchststand der EEG-Umlage und wird nicht der letzte Anstieg gewesen sein.

Die in den letzten Jahren schon zugesagten Subventionen für Erneuerbare Energien machen eine substantielle Kostensenkung über die nächsten 20 Jahre unmöglich. Der weitere Ausbau Erneuerbarer Energien führt nach Ansicht von Experten in den nächsten Jahren sogar zu weiteren Steigerungen auf 7 bis 8 Cent je Kilowattstunde.

Die Stromkosten in anderen Industrieländern liegen teilweise erheblich unter denen in Deutschland. Die Differenz ergibt sich vor allem aus der EEG-Umlage, die in Deutschland etwa ein Drittel der gesamten Stromkosten eines mittelständischen Industrieunternehmens ausmacht.

Die durchschnittlichen Stromkosten für mittelständische Unternehmen in Deutschland sind schon heute mehr als doppelt so hoch wie zum Beispiel in den USA, Kanada, Frankreich und China (Quelle: Fraunhofer Isi und Ecofys: „Stromkosten der Energieintensiven Industrie. Ein internationaler Vergleich“, Juli 2015, S. 4, Abb. 2).

Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie fordert deswegen ein alternatives Finanzierungsmodell für Erneuerbare Energien als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.  Die Politik in Bund und Ländern muss ein Modell vorlegen, dass den Produktionsfaktor Strom deutlich entlastet, indem es die öffentlichen Haushalte in die Finanzierung der Energiewende einbezieht.

Unser Erklärvideo zur EEG-Umlage "Wie man die Förderung der Erneuerbaren Energien gerechter finanzieren könnte" finden Sie hier.