Deutsche Textil- und Modeindustrie 4.0 braucht Giganetze 2025

28.09.2016 PM

Startups präsentieren sich zur Jahrestagung des Gesamtverbandes in Berlin // Dr. Wilfried Holtgrave zum Vizepräsidenten gewählt

Die deutsche Textil- und Modeindustrie nutzt die Chancen der Digitalisierung für die Entwicklung digitaler Produkte und Prozesse. Zwei Beispiele dafür sind ein sensorisches T-Shirt, das die Vitalfunktionen herzkranker Patienten überprüft, und der textile Rotor einer Windkraftanlage, der selbständig signalisiert, wann eine Wartung notwendig ist.

"Was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert", erklärt Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie auf der Jahrestagung im Berliner Kronprinzenpalais vor mehr als 100 Unternehmern sowie Vertretern aus Textilindustrie und anderen Branchen, Politik, Verwaltung und Verbänden. "Deutsche Unternehmen sind mit Technischen Textilien Weltmarktführer und bauen ihre Position weiter aus. Die Digitalisierung ermöglicht uns ganz neue Innovationen. Allerdings brauchen wir dafür flächendeckende, leistungsfähige Giganetze 2025. Mit 50 MB je Sekunde ist die Textilindustrie 4.0 nicht zu realisieren. Außerdem fordern wir einen Systemwechsel zur Finanzierung der Energiewende aus Haushaltsmitteln. Die Stromkosten sind in Deutschland wegen der EEG-Umlage höher als in fast allen Industrieländern der Erde. Dies belastet deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb."

Auf der Jahrestagung sprach Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) über Verbände in einem veränderten Umfeld von Politik und Öffentlichkeit. Prof. Dr. Rudolf Korte, Politikwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen, erläuterte Wahltrends 2016 / 2017. Bereits am Vorabend setzte Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, thematische Schwerpunkte in seiner Rede über Deutschland ein Jahr vor der Bundestagswahl.

Die Mitgliederversammlung wählte Dr. Wilfried Holtgrave (WKS Textilveredlungs GmbH, Wilsum) als Vizepräsidenten des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. Er folgt auf Justus Schmitz, der dieses Amt nach elf Jahren niederlegte. Die Mitglieder danken ihm für sein großes Engagement für die Branche.

Startups präsentieren sich

Bei der Entwicklung digitaler Innovationen sind Startups ein wichtiger Treiber. Sechs Startups aus den Bereichen Wearables, Big Data, Nachhaltigkeit, Upcycling, E-Commerce, 3D-Druck und Losgröße 1 präsentierten ihre innovativen Ideen. Die Schuhleister verwenden 3D Technologien für eine Schuhproduktion als Maß oder Konfektionsschuh. Fit Analytics berechnet online mithilfe von Algorithmen jedem Kunden seine individuell passende Kleidergröße in wenigen Sekunden. Upcycling Deluxe ist der größte Anbieter von Upcycling-Design in Deutschland. Sie designen und produzieren für ihre eigene Kollektion aber auch im Auftrag. ProGlove hat einen Arbeitshandschuh mit integriertem Produktscanner konstruiert, der von Automobilherstellern verwendet wird. Fast Forward Imaging bietet automatisch freigestellte 360° Produktfotografie als integrierte Full-Service-Lösung für Produktfotos. Scoby Tec stellt bakterielle Zellulose aus Kombucha her - zur Nutzung für intelligente Bekleidung und Wearables in Verbindung mit Mikroelektronik.