1,9 Prozent Umsatzwachstum der deutschen Textil- und Modeindustrie 2015

02.03.2016 Aktuelles PM

Technische Textilien mit starkem Zuwachs im In- und Ausland –

hohe Stromkosten benachteiligen Unternehmen im internationalen Wettbewerb

Der Umsatz der deutschen Textil- und Modeindustrie ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent gewachsen. Er stieg auf 29 Milliarden Euro. Damit entwickelte die Branche sich 2015 noch besser als zu Jahresanfang prognostiziert. Von dieser positiven Entwicklung profitieren auch die Arbeitnehmer: Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,5 Prozent auf etwa 117 000 Personen (alle Zahlen ohne Schuh- und Lederwarenindustrie).

Besonders erfolgreich waren Textilien und technische Textilien, deren Umsatz um 3,4 Prozent stieg. Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, erklärt: „Innovative Produkte und forschungsnahe textile Anwendungen aus Deutschland sind in aller Welt gefragt. Seit Jahren sind deutsche Unternehmen Weltmarktführer mit technischen Textilien. Diese Position haben die deutschen Textilunternehmen 2015 ausgebaut.“

Während das Textilsegment stark gewachsen ist, blieb der Umsatz der deutschen Bekleidungsindustrie mit -0,3 Prozent praktisch auf Vorjahresniveau. Erfreulich ist, dass das eingebrochene Russlandgeschäft der gesamten Branche insgesamt weitestgehend durch Umsatzwachstum in anderen Regionen ausgeglichen werden konnte.

Eine große Schwierigkeit liegt für die deutsche Textil- und Modeindustrie in den weiter gestiegenen Strompreisen. 95 Prozent der Unternehmen zahlen die volle EEG-Umlage in Höhe von 6,35 Cent je Kilowattstunde. Damit ist der Strom in Deutschland teurer als in fast jedem anderen Land der Erde. Hieraus ergeben sich für deutsche Industrieunternehmen erhebliche Nachteile im Wettbewerb mit Unternehmen in anderen Staaten, die dort mit billigerem Strom günstiger produzieren können. „Wir brauchen deswegen einen Systemwechsel für die Finanzierung der Energiewende“, erklärt Ingeborg Neumann.

 

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist (einschließlich Schuh- und Lederwarenindustrie) mit etwa 1 400 Unternehmen und mehr als 132 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 32 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie etc. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) ist der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. t+m vertritt die Interessen der Branche in den Bereichen der Wirtschafts- und Sozial- sowie Tarif- und Bildungspolitik.
www.textil-mode.de