textil+mode Innovationspreis: Die Gewinner 2011

Kategorie Modedesign


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Platz 1 in der Kategorie Modedesign, verbunden mit einem Preisgeld von 10.000 Euro und diversen Sachleistungen geht an Hoai Huong VO NGOC mit ihrem Label CONCIS und der Kollektion Herbst/Winter 2011-12. 2.500 Euro für den 2. Platz bekommt Sabina Taschén mit ihrem Label Ame Seour und der Kollektion Winter 2011/2012. Antje Pugnat mit dem Label PUGNAT und der Kollektion Conchula Winter 2011/12 erhält für den 3. Platz 1.000 Euro Preisgeld.

Label: CONCIS
Designer: Hoai Huong VO NGOC
Kollektion: Herbst/Winter 2011-12

2010 gründete die gebürtige Vietnamesin Hoai Vo das in Berlin ansässige Label CONCIS. Die aktuelle Kollektion  der 29-jährigen Diplom-Designerin, die ihren Abschluss an der Kunsthochschule Weißensee erwarb, vereint Verspieltheit und Minimalismus mit Haute Couture Elementen. Zentrale Gestaltungsmerkmale finden sich in fließenden Drapierungen in Kombination mit einer schlichten und innovativen Schnittführung. Kontraste setzt  Hoai Vo durch Schnitte und Faltungen; sie lässt skulpturale Formen entstehen. Die Meisterschülerin der Kunsthochschule Weißensee selbst sagt, dass ihre Entwürfe prozessgeleitet sind – eine Linie folgt der anderen und bildet wiederum den Ausgangspunkt der nächsten. Sinnlich, puristisch und gleichzeitig verspielt – das ist das Image von CONCIS. Eine hochwertige Stoffauswahl, von Baumwolle und Seide über Kaschmir bis Leder, präsentiert sich in dezenten Farben, um die Raffinesse der Drapierungen hervorzuheben. Der typische Knoten, die umschlingenden Details und die körperbetonte Schnittführung machen den Wiedererkennungswert von CONCIS aus. Das 2010 gegründete Label ist in Berlin bereits erhältlich.

Hoai Vo
Hoai Vo II


Label: Ame Seour
Designer: Sabina Taschén
Kollektion: Winter 2011/2012

Ihren Abschluss machte die 31-jährige Sabina Taschén an der Berliner Modeschule Esmod. 2008 gründete sie das Label Ame Soeur mit der zentralen Kollektionsidee einer Entwurfs- und Produktionstechnik, bei der ein Kleidungsstück nur aus einem Zuschnitt-Teil hergestellt wird. Aus dem „One-Piece-Cut-Konzept“ entstehen innovative architektonische Formen und dreidimensionale Volumina. Entgegen der konventionellen Herstellungsart hält sich das „One-Piece-Cut-Konzept“ nicht an klassische Regeln der Schnittführung. Die Passform wird an einer Schneiderpuppe erarbeitet und das Volumen ähnlich einer Origamitechnik gefaltet. Das neue Konzept erschafft eine neue Ästhetik und generiert frische Impulse. Die aus Bad Homburg stammende Sabina Taschén möchte damit Kleider entwerfen, die sowohl einen hohen Wiedererkennungswert als auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufzeigen.

Sabina Taschen
Sabina Taschen II


Label: PUGNAT
Designer: Antje Pugnat
Kollektion: Conchula Winter 2011/12

Das 2007 gegründete Label PUGNAT steht für sophisticated knitwear und damit für das persönliche Strickuniversum der 35-jährigen Antje Pugnat aus Berlin. Mit Nachforschungen zu Rüstungen und Kleidung aus der Zeit des Malers Lucas Cranachs begann die Arbeit an ihrer aktuellen Kollektion Conchula. Leichtigkeit und Fülle, Ordnung und Chaos, organische Strukturen und klassische Schnitte machen die Kollektion aus und überführen die Stoffe in eine dreidimensionale Form. Die Diplom-Ingenieurin Beleidungstechnik, die außerdem über einen Master of Arts vom Royal College of Art in London verfügt, verwendet Mohair- und Viscose-Garne, Kaschmir und weitere exklusive Stoffe. Luxus und Exklusivität, gekoppelt mit Perfektion in der Verarbeitung, verleihen PUGNAT tragbare Sinnlichkeit.

Antje Pugnat
Antje Pugnat II


 



 

Kategorie Textildesign


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Platz 1 und damit einen Barpreis von 10.000 Euro sowie diverse Sachleistungen erhält Stefanie Wider für ihren Wettbewerbsbeitrag STRUKTURKULTUR. Der 2. Platz, dotiert mit 2.500 Euro, geht an Marie Christine Federlin und Charlotte Ehrlicher mit „egogamie“. 1.000 Euro für den 3. Platz erhält Nadine Richter für ihren mehrfarbig gemusterten Filz.

Stefanie Wider: STRUKTURKULTUR
Stefanie Widers Wettbewerbsbeitrag STRUKTURKULTUR erzeugt neue Oberflächen durch den Einsatz textiler Bänder, die ohne feste Bindung auf einen Trägermaterial angebracht sind, das mit der Technik des Wasserstrahlschneidens perforiert wird. Dazu wird Wasser mit sehr hohem Druck komprimiert und zu einem dünnen Strahl gebündelt. Dieser kann beliebige Konturen in besonders harte und dicke Materialien schneiden. Das Material erfährt so keine chemische Belastung, was zu Verfärbungen führen könnte.. Die Bänder werden dann direkt in die perforierte Grundfläche eingearbeitet und bleiben so flexibel. Als Trägermaterial verwendet die 24-jährige Textildesignerin meist Leder oder Filz. Die Absolventin der Fachhochschule Hof erzeugt so vielfältige Oberflächen mit einzigartigen Mustern, unterschiedlich auf Vorder- und Rückseite. Die Materialien lassen sich z. B. in der Mode und im Interieurbereich einsetzen.

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Marie Christine Federlin und Charlotte Ehrlicher: ´egogamie´
Marie Christine Federlin (30) und Charlotte Ehrlicher (26) lernten sich innerhalb ihres Studiums Industriedesign an der Universität der Künste in Berlin kennen. Seit einigen Jahren arbeiten die beiden als kleines Design-Team zusammen und werden ihr Studium im kommenden Wintersemester abschließen. Innerhalb des Universitätsprojektes zur Zukunft super!vision – Berlin 2030 entwickelten Federlin und Erhlicher die Kollektion egogamie. Im Zentrum Jaquardstrick mit sich überschneidenden und überlagernden Mustern und neuer Zusammensetzung ethnischer Ornamente, hergestellt in öko-zertifizierten Arbeitsprozessen; Jacken aus Bluesign-zertifizierten Multifunktionsstoffen mit besonderem Nahtsmok (Weiterentwicklung des traditionellen Smokens); Gots-zertifizierte Digitaldrucke, Daunenjacken mit Federfüllungen aus alten Federboas. Die Kollektion verbindet meisterlich ökologische Anforderungen mit ästhetischen Kriterien.

Marie Christine Federlin und Charlotte Ehrlicher erhalten für ihr ausgereiftes und ausgesprochen nachhaltiges Konzept auch den Sonderpreis für Nachhaltiges Design.

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Nadine Richter: Mehrfarbig gemusterter Filz
Im Rahmen Ihres Masterprojektes an der Heriot-Watt University in Edinburgh entwickelte die 29-jährige Nadine Richter ein Verfahren, um Filz mit dekorativen Mustern industriell herzustellen. Bisher konnten Effekte, wie Melangen oder farbige Noppen, nur zufällig erzeugt werden. Der von der derzeit in Leiden, Niederlande,
wohnhaften Designerin entwickelte Prozess, auf den sie aktuell einen Gebrauchsmusterschutz besitzt, kann sowohl auf Nass- als auch auf Trockenfilzmaschinen angewendet werden und ist nicht in Länge oder Reproduzierbarkeit eingeschränkt. Hierdurch eröffnen sich, für das nachhaltige und natürliche Produkt Wollfilz, besonders in den trendbezogenen Bereichen wie Mode, Accessoires und Interieur neue Möglichkeiten der Textilgestaltung und Farbgebung.

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Kategorie Technische Textilien


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Platz 1, verbunden mit einem Barpreis von 10.000 Euro sowie diversen Sachleistungen, geht an Anke Domaske mit ihrem Wettbewerbsbeitrag QMilch®. Den 2. Platz, der mit 2.500 Euro dotiert ist, belegt Henrik Dommes und die CFK-Organofolie. 1.000 Euro für Platz 3 erhalten Jennifer Elze und Henrike von Besser mit ihrem innovativen Abstandsgewirk Grow Green.
Anke Domaske: QMilch® – eine 100 prozentige Naturfaser
Mit der Biomilchfaser QMilch® entwickelte die 28-jährige Anke Domaske aus Hannover die weltweit erste Naturfaser, die ohne jeglichen Einsatz von Chemikalien und unter Erhalt der natürlichen Eigenschaften der Milch klimaeffizient und ressourcenschonend nach GOT-Standard produziert wird. Die in einem neuartigen Verfahren industriell herzustellende Faser ist außerdem preiswerter als Acryl. Die Milchproteinfaser wird aus Casein gewonnen, einem Nebenprodukt der Milchindustrie. Sie zeichnet sich durch antibakterielle und antiallergische Eigenschaften aus, fördert den Zellstoffwechsel und reduziert so die Hautalterung, absorbiert Feuchtigkeit und verfügt über einen hohen Tragekomfort. Die Faser ist außerdem extrem form- und farbbeständig, sehr leicht zu
trocknen und besonders reißfest. Einsatzgebiete sieht die in Moskau geborene Diplom-Biologin Domaske in Bereichen wie Bekleidung und Heimtextilien, der Hotel- und Automobilbranche sowie der Medizintechnik. Ihre Kleider aus Milchfaser tragen Prominente wie Mischa Barton, Ashlee Simpson und Barbara Schöneberger.

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Henrik Dommes: CFK-Organofolie
Der Diplom-Ingenieur Henrik Dommes, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Faserinstitut Bremen, entwickelte die CFK-Organofolie. Wegen hoher Materialkosten, großem manuellen Aufwand, langen Zylkuszeiten unf fehlendem Recyclingkonzept konnten sich kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe in industriellen Anwendungen bisher schwer durchsetzen. Und das trotz vieler Vorteile hinsichtlich des Leichtbaupotenzials. Der 32-jährige Dommes entwickelte eine Organofolie aus Kohlenstofflangfasern, die mittels Vibrationsförderung auf einer Kunststofffolie abgelegt werden. Die Folie übernimmt die Trägerfunktion und ist gleichzeitig Matrix, in die die Fasern eingebettet werden. Die Steifigkeit des Verbundmaterials ist vergleichbar mit handelsüblichen Organoblechen. Die Organofolie ermöglicht komplexere Bauteile, da die Fasern einfacher aneinander abgleiten können. Die Materialkosten reduzieren sich deutlich, da zur Herstellung eines Faserverbundbauteils kein textiler Zwischenschritt mehr notwendig ist. Anwendung findet die Organofolie im Sport- und Freizeitbereich, in der Medizintechnik oder in der Automobilindustrie, hier speziell im Bereich Elektromobilität.

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Jennifer Elze und Henrike von Besser: Grow Green
Mit GROW GREEN entwickelten die beiden Studentinnen der Hochschule Niederrhein Jennifer Elze (22) und Henrike von Besser (26) ein innovatives Abstandsgewirk, auf dem Pflanzen wachsen können. Die erforderlichen Nährstoffe sind im Textil eingelagert und werden dosiert abgegeben. Durch den Verrottungsprozess werden langfristig weitere Nährstoffe erzeugt, die die Pflanzen nachhaltig versorgen und für hervorragende Wachstumsbedingungen sorgen. Wasser wird durch die Kombination von Fasermaterial und wasserabweisender Beschichtung effizient im Textil gespeichert und nicht an den darunterliegenden Boden abgegeben. Unabhängig von der Bodenbeschaffenheit kann GROW GREEN an jeder Wand, an jedem Dach installiert und genutzt werden, Städte grüner machen und zusätzlich CO2 reduzieren. Selbst Regionen mit verseuchten Böden o.ä. können durch GROW GREEN begrünt werden.

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Erste Bilder zum Download:

Antje-Pugnat.JPG Antje-Pugnat-II.JPG; Atrium-Deutsche-Bank.JPG; Hoai-Vo.JPG Hoai-Vo-II.JPG; Modedesign_Hoai-Vo_Antje-Pugnat_Sabina-Taschen.JPG Performance_Eike-van-Stuckenbrok.JPG Parl.-Staatssekretaer-Otto.JPG Sabina-Taschen.JPG Sabina-Taschen-II.JPG Stefan-Asbrand-Eickhoff-und-Dunja-Hayali.JPG Textil-ist-Leben.JPG Textil-ist-Technik.JPG vlnr-Dunja-Hayali_Anke-Domaske_Jennifer-Elze_Henrike-von-Besser_Henrik-Dommes_Staatssekretaer-Otto.JPG vlnr-Dunja-Hayali_Nadine-Richter_Marie-Federlin_Charlotte-Ehrlicher_Stefan-Asbrand-Eickhoff.JPG vlnr-Nadine-Richter_Marie-Federlin-und-Charlotte-Ehrlicher_Stefan-Asbrand-Eickhoff_Dunja-Hayali.JPG

Admin Istrator, 11.07.2011
 
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