EU-Zollstatistik für 2010 vorgelegt — Bekleidung für fast 180 Mio. Euro beschlagnahmt

Jährlich grüßt das Murmeltier mit bedenklich vielen Fälschungen, die von den Zollbehörden beschlagnahmt werden. Und jährlich steht China mit weitem Abstand auf dem ersten Platz.

Insgesamt wurden 103 Mio. Artikel beschlagnahmt — immerhin ein Rückgang von rund 15 Mio. Stark zugenommen hat allerdings die Zahl der Fälle der Beschlagnahmen. Diese lag im Vorjahr noch bei 43.500 und erreichte 2010 einen Wert von 80.000. Zurückzuführen ist dies auf eine immer größere Zahl von Postsendungen (mehr als die Hälfte aller Beschlagnahmen), bei denen jeweils kleinere Mengen abgefangenen werden. Hier spiegelt sich der Boom des Online-Shoppings wider. Erstmals hat die Kommission den Wert der beschlagnahmten Waren errechnet, den diese als Originale hätten. Sie kommt auf 1,1 Mrd. Euro. China ist absoluter Spitzenreiter. 85 % aller Artikel kommen von dort, sie machen 73 % des Wertes der Beschlagnahmen aus.

Zwar beschlagnahmen die Grenzer auch von Amts wegen, doch in 96 % aller Fälle liegt ein Antrag auf Grenzbeschlagnahme zugrunde, den die Unternehmen vorher als Rechteinhaber gestellt haben. Mittlerweile stellen Rechteinhaber mehr als 18.000 solcher Anträge — Tendenz stark steigend und zur Nachahmung empfohlen.

Im Bereich Textil und Mode sind insgesamt 7 Mio. Bekleidungsstücke beschlagnahmt worden, deren Wert mit 177 Mio. Euro angegeben ist, außerdem 850.000 Accessoireteile. Hinzukommen 350.000 Textilien, die nicht Bekleidung sind. China steht auch hier an der Spitze, 76 % der Beschlagnahmen kamen von dort. Auf Platz 2 folgt die Türkei mit 4 %. Während der Anteil der chinesischen Beschlagnahmen noch gestiegen ist
(Vorjahr 72 %), konnte die Türkei ihren Anteil etwas senken (Vorjahr 6,5 %). Signifikant ist das aber nicht.

Nähere Informationen sind auf den Seiten der Europäischen Kommission, Generaldirektion Steuern und Zollunion (TAXUD) zu finden.

Stephanie Schmidt, 03.08.2011
 
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