Verletzung geistigen Eigentums: Textil und Mode stark betroffen
Jedes Jahr trägt die Kommission zusammen, was die nationalen Zollbehörden an den Grenzen so alles an gefälschten Produkten einsammeln und veröffentlicht dies in der Zollstatistik. Und wie jedes Jahr berichtet Brüssel viel Schatten und wenig Licht. Das gilt sowohl für die Grenzbeschlagnahmen insgesamt als auch für die Betroffenheit der Textil- und Modeindustrie.
Insgesamt betrafen die Grenzbeschlagnahmen 118 Millionen Artikel. Das ist eine Verringerung von rund 60 Millionen. Es kann aber keine Entwarnung gegeben werden, denn der Rückgang basiert auf einem starken Rückgang bei CDs/DVDs (von 75 Millionen auf rund 6,5 Millionen Stück). Außerdem hat die Wirtschaftskrise im Ganzen zu geringerem Warenverkehr geführt. Das macht sich auch bei den Fälschungen bemerkbar. Herkunftsland Nr. 1 ist und bleibt China. Von dort stammen 64 % (Vorjahr 54 %) aller Produkte. Erfreulich ist, dass wieder mehr Unternehmen Grenzbeschlagnahmeanträge stellen (Steigerung von 12.900 auf 14.800). Wenn die Zollbehörden an der Grenze aktiv werden, beruht dies in 90 % der Fälle auf einem solchen Antrag. Insgesamt fanden 43.500 Beschlagnahmen statt, was einem Absinken von 12 % entspricht. Die Zahl liegt auf dem Niveau von 2007.
Im Bereich Textil und Accessoires ist der Unterschied zwischen der Anzahl der Beschlagnahmefälle und der Menge der beschlagnahmten Artikel auffällig. Insgesamt bezogen sich 30 % (Vorjahr 56 %) der Beschlagnahmen auf Produkte dieser Gruppe. Insgesamt gehörten aber nur 6 % aller Artikel hierzu. Insgesamt ist das positiv, aber mit 8 Millionen Artikeln (Kleidung) und 4,5 Millionen Paar Schuhe immer noch zu viele Fälschungen im Umlauf.
Auch die Herkunftsländer sind immer noch die gleichen: China steht ganz weit vorne. Bei Schuhen besteht fast ein Monopol (90 %), bei Bekleidung und Accessoires erreicht der chinesische Anteil 72 %. Auch die Türkei fällt wieder einmal negativ auf. 6,5 % der Fälschungen stammen aus der Türkei. Das ist Platz 2, hier ist keine Verbesserung der Situation zu erkennen. Es folgen zwei Mitgliedstaaten: Polen (5,4 %) und Estland (4,07 %).
Nähere Informationen zu den Zollstatistiken sind auf den Seiten der Europäischen Kommission, DG TAXUD unter diesem Link zu finden.



