Breite Ablehnung aus Europa gegen ein verpflichtendes
‚Made in’
28 Verbände aus 14 Europäischen Staaten plädieren in einer gemeinsamen Erklärung für eine freiwillige Produktkennzeichnung.
Die heute veröffentlichte gemeinsame Erklärung gegen eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung hat der Gesamtverband textil+mode zusammen mit dem DIHK und der schwedischen Handelskammer initiiert. Darin sprechen sich Verbände und Kammern gegen eine verpflichtende Kennzeichnung für Produkte aus. Die Erklärung enthält aber auch ein klares Bekenntnis zu freiem Handel und Bürokratieerleichterungen.
„Eine so breite Ablehnung aus den unterschiedlichen EU-Ländern ist ein starkes Signal an die Mitgliedsstaaten, die demnächst über ‚Made in’ verhandeln“, erklärt Dr. Wolf-Rüdiger Baumann, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes textil+mode. Die Gegner der verpflichtenden Herkunftsbezeichnung kommen nicht nur aus liberalen Staaten wie den Niederlanden oder Schweden, sondern auch aus beispielsweise Spanien und Bulgarien.
„Angeblich soll die verpflichtende Made in Kennzeichnung dem Verbraucherschutz dienen. Aber keine bekannte Verbraucherschutzorganisation unterstützt den Vorschlag“, fügt Baumann hinzu und weist auf den zerfaserten Wertschöpfungsprozess hin: „Wenn australische Wolle in Italien gewebt und an einen deutschen Bekleidungshersteller geliefert wird, der einen Anzug daraus designed und diesen dann in Serie in Tunesien nähen lässt, stimmt dann die Angabe ‚Made in Tunisia’? So wird der Verbraucher doch erst recht in die Irre geführt!“
Die gemeinsame Erklärung der 28 Verbände können Sie hier downloaden.



