Studie der Deutsche Bank Research zur Textil- und Bekleidungsindustrie veröffentlicht: Innovationen und Internationalisierung als Erfolgsfaktoren
Die deutschen Textilproduzenten haben sich durch ihre Spezialisierung auf technische Textilien wie Planen, Gurte oder Transportbänder weltweit einen Vorsprung verschafft. In den kommenden Jahren könnte die globale Nachfrage nach diesen Produkten jährlich um fünf Prozent steigen, geht aus einer Studie der Deutschen Bank hervor, die am 6. Juli 2011 in Berlin vorgestellt wurde. Die deutschen Unternehmen hätten derzeit einen Weltmarktanteil von rund 45 Prozent.
Im Gegensatz zur klassischen Textil- und Bekleidungsindustrie, deren Produktion sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend in Billiglohnländer verlagerte, ist die Produktion technischer Textilien seit Mitte der 1990er um 40 Prozent gewachsen.
Begünstigt wurde die Entwicklung dadurch, dass auch viele Abnehmerbranchen wie der Fahrzeugbau oder die Bauwirtschaft ebenfalls in Deutschland fertigen. Beispiele für technische Textilien in der Automobilindustrie sind der Airbag, Sicherheitsgurte oder Cabriodächer. Auch in Autoreifen oder Sitzheizungen werden Textilien verarbeitet. Beim Bauen werden Dämmstoffe auf textiler Basis eingesetzt. Mit sogenannten Geo-Textilien werden Böschungen oder Uferzonen befestigt. Auch die Bekleidungsindustrie greift bei der Herstellung von Schutzkleidung oder Outdoor- und Sportmode auf technische Textilien zurück.
Der Studie zufolge gibt es in Deutschland derzeit 16 Textilforschungsinstitute, die zum großen Teil an Universitäten angeschlossen sind oder mit ihnen kooperieren. Die enge Verzahnung mit der Forschung begünstige auch den Vorsprung deutscher Hersteller vor der ausländischen Konkurrenz. Nach Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums waren in der Textil- und Bekleidungsindustrie im Jahr 2000 noch rund 185 000 Menschen beschäftigt, im vergangenen Jahr waren es nur noch knapp 81 000. In 2010 wurden in der Branche rund 16,1 Milliarden Euro umgesetzt.
Quelle: dpa
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