DQR — berufliche Bildung, Hochschulbildung und Fortbildung werden auf europäischer Ebene vergleichsfähig
Im Oktober 2006 haben sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Kultusministerkonferenz (KMK) darauf verständigt, gemeinsam einen Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) zu entwickeln und die relevanten Akteure in diesen Prozess einzubinden. Ebenso soll eine breite Fachöffentlichkeit in die Diskussion einbezogen werden.
Ausgangspunkt für diese Entscheidung ist die Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rats zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR), der am 23. April 2008 in Kraft trat. Dieser soll bis 2010 in allen Ländern der EU mit Hilfe nationaler Regelungen umgesetzt werden. Er bildet als Referenzrahmen für lebenslanges Lernen die Leistungen der jeweiligen nationalen Bildungssysteme auf europäischer Ebene in acht Niveaustufen ab. Damit dient er dazu, Lernergebnisse aus allen Bildungsbereichen international verständlicher und vergleichbarer zu machen. In dieser Funktion als Übersetzungsinstrument zwischen den Bildungs- und Qualifikationssystemen der Mitgliedstaaten trägt er dazu bei, dass Arbeitnehmer und Lernende ihre Qualifikationen auch über die eigenen Ländergrenzen hinweg nutzen können.
Damit die Ergebnisse des deutschen Bildungssystems EU-weit Anerkennung finden, müssen sie dem EQR angemessen zugeordnet werden können. Dazu ist es notwendig, die nationalen Bildungsleistungen über einen Deutschen Qualifikationsrahmen zu definieren. "Educated in Germany" kann so noch mehr zu einem Markenzeichen im europäischen Bildungsraum werden.
Im Februar 2009 wurde ein erster gemeinsam entwickelter Diskussionsvorschlag für einen „Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen" vorgelegt und von Mai 2009 bis Mai 2010 von Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildungspraxis in vier ausgewählten Berufs- und Tätigkeitsfeldern (Gesundheit, Handel, Metall/Elektro und IT-Bereich) exemplarisch erprobt. Ziel dieser zweiten Erarbeitungsphase des DQR war es, zu nachvollziehbaren, konsensfähigen Zuordnungen ausgewählter Qualifikationen zu kommen sowie die Handhabbarkeit der DQR-Matrix zu überprüfen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln.
Nach Vorlage der Expertenvoten diskutierten die Mitglieder der B-L-KG DQR und des AK DQR, wie die Ergebnisse zu bewerten und welche Änderungen an der Matrix vorzunehmen sind.
Als Arbeitsergebnis wurde dem BMBF und der Kultusministerkonferenz (KMK) im November 2010 ein zweiter Vorschlag für einen Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) verabschiedet.
Der AK DQR steht nun vor der Aufgabe, bis Ende 2011 einen Vorschlag für die Zuordnung formaler Qualifikationen zu erarbeiten. Auf der Grundlage der in den Arbeitsgruppen erzielten Ergebnisse soll ein Leitfaden erstellt werden, der eine Zuordnung von Qualifikationen in der Breite des deutschen Bildungssystems ermöglicht.



